Welpen-Checkliste: Eure erste gemeinsame Woche
Der Tag, an dem ein Welpe einzieht, ist einer der schönsten überhaupt – und mit ein wenig Vorbereitung wird er entspannt statt chaotisch. Diese Checkliste zeigt dir genau, was du kaufen musst, wie du dein Zuhause welpensicher machst, was dich am ersten Tag und in der ersten Nacht erwartet, die Grundlagen zu Tierarzt und Impfungen und wie du die kostbare frühe Prägephase optimal nutzt. Tief durchatmen: Du schaffst das.
Die Einkaufsliste
Du brauchst weniger, als dir der Zoofachhandel verkaufen will. Besorge das Wesentliche vor dem Abholtag, damit dein Welpe in ein Zuhause kommt, das auf ihn vorbereitet ist – die Lücken füllst du, sobald du seine Vorlieben kennst.
- ☐ Hundebox und ein weiches Bett – so bemessen, dass dein Welpe stehen, sich umdrehen und ausstrecken kann. Die Box wird seine sichere Höhle, kein Käfig.
- ☐ Welpenauslauf oder Treppengitter – für eine sichere, welpengerechte Zone und um Räume abzusperren, die du noch nicht beaufsichtigen kannst.
- ☐ Flaches Halsband, Adressanhänger, Geschirr und Leine – ein gut sitzendes Geschirr ist schonender für einen wachsenden Hals als das Ziehen am Halsband.
- ☐ Dasselbe Futter wie beim Züchter – kauf einen Sack von genau dem, was er bisher gefressen hat, um Magenverstimmungen zu vermeiden (mehr zum Umstellen weiter unten).
- ☐ Futter- und Wassernapf – Edelstahl oder Keramik lässt sich leicht abwischen und nimmt keine Gerüche an.
- ☐ Enzymreiniger – unverzichtbar bei Malheuren. Er baut den Geruch ab, damit dein Welpe nicht immer wieder an dieselbe Stelle zurückkehrt.
- ☐ Altersgerechte Kauartikel und Spielzeug – ein paar weiche Spielzeuge und sichere Welpen-Kauartikel, um schmerzendes Zahnfleisch zu beruhigen und Beißlust umzulenken.
- ☐ Pflege-Grundausstattung – eine zum Fell passende Bürste, welpengeeignetes Shampoo und eine Krallenzange, um früh mit dem Handling anzufangen.
- ☐ Kotbeutel – jede Menge davon. Du wirst staunen.
Tipp: Widersteh der Versuchung, in der ersten Woche eine komplette Ausstattung zu kaufen. Welpen wachsen schnell und entwickeln feste Meinungen zu Spielzeug und Betten – fang minimal an und ergänze dann, was bei deinem Hund wirklich funktioniert.
Mach dein Zuhause welpensicher
Ein neuer Welpe erkundet die Welt mit dem Maul – und er ist schnell. Geh in jedem Raum auf seine Augenhöhe und such nach Gefahren, bevor er sie findet.
- ☐ Verstaue oder verdecke Stromkabel und Ladegeräte – verlockend zum Kauen und wirklich gefährlich.
- ☐ Entferne oder stelle giftige Pflanzen hoch (Lilien, Palmfarn, viele Zimmerpflanzen) und bewahre giftige Lebensmittel – Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Xylit – außer Reichweite auf.
- ☐ Räume kleine, verschluckbare Gegenstände weg: Socken, Kinderspielzeug, Münzen, Haargummis, Gummibänder.
- ☐ Sichere Mülleimer mit einem Deckel oder hinter einer Schranktür – Küchen- und Badezimmereimer ziehen Welpen magisch an.
- ☐ Sperre Treppen mit einem Gitter ab, um die weichen Welpengelenke zu schonen und Stürze zu verhindern.
- ☐ Verstaue Reinigungsmittel und Medikamente in verschließbaren, hohen Schränken.
Der erste Tag
Dein Welpe hat gerade alles Vertraute hinter sich gelassen. Halte die Energie niedrig und lass ihn das Tempo bestimmen – eine ruhige Ankunft gibt den Ton für die kommenden Wochen an.
- Ruhig ankommen. Trag deinen Welpen vom Auto direkt zu seinem Löseplatz im Garten und gib ihm einen stillen Moment, um alles aufzunehmen.
- Zuerst der Löseplatz. Lass ihn schnüffeln und sich lösen, und lobe ihn herzlich, sobald er es tut – die Stubenreinheit beginnt in der ersten Minute.
- Ein Zimmer zum Erkunden. Öffne ein einzelnes welpensicheres Zimmer statt des ganzen Hauses. Zu viel Platz überfordert.
- Keine Willkommensparty. So aufgeregt alle auch sind – verschieb den Besucherstrom auf später. Eine Handvoll ruhiger, leiser Begegnungen reicht völlig.
- Zeig ihm die Hundebox. Wirf ein Leckerli hinein und lass ihn frei hinein- und herauslaufen, damit sich die Box von Anfang an wie ein guter Ort anfühlt.
Die erste Nacht
Die erste Nacht ist oft die schwerste, und ein bisschen Jammern ist völlig normal – dein Welpe hat noch nie allein geschlafen. Sei nachsichtig mit euch beiden und halte die Erwartungen sanft.
- ☐ Stell die Hundebox neben dein Bett. Dich zu hören und zu riechen ist ungemein beruhigend. In den kommenden Wochen kannst du sie nach und nach an ihren festen Platz rücken.
- ☐ Rechne mit ein oder zwei Lösegängen. Winzige Blasen halten noch nicht die ganze Nacht durch. Bring deinen Welpen ruhig und ohne viel Aufhebens raus, dann direkt zurück ins Bett.
- ☐ Halte die Nacht unspektakulär. Kein Spielen, kein helles Licht, kein Geplauder – leises Lob fürs Lösen, dann wieder zur Ruhe bringen.
- ☐ Trösten ja, Panik belohnen nein. Leises Winseln zu beruhigen ist in Ordnung; eine große Trostparty lehrt deinen Welpen, dass Lärm dich herbeiruft. Ruhig und langweilig gewinnt.
Einen Schritt-für-Schritt-Plan, mit dem die Box zu einem Ort wird, den dein Welpe liebt, findest du in unserem eigenen Ratgeber Boxentraining beim Welpen.
Tierarzt, Impfungen & Entwurmung
Ein paar Gesundheitsgrundlagen in der ersten Woche schützen deinen Welpen und geben dir Sicherheit. Dein Tierarzt ist hier dein Partner – vereinbare früh einen Termin und stell viele Fragen.
- ☐ Vereinbare eine erste Gesundheitsuntersuchung innerhalb der ersten Tage. Dein Tierarzt schaut sich deinen Welpen einmal gründlich an und plant alles Folgende.
- ☐ Impfserie starten – Welpen brauchen mehrere Impfungen, um Immunität aufzubauen; der Zeitplan hängt vom verwendeten Impfstoff ab. Dein Tierarzt legt die genauen Termine fest.
- ☐ Entwurmung und Floh-/Zeckenschutz – Welpen werden in jungen Wochen regelmäßig entwurmt, danach nach festem Plan. Kläre Produkte und Abstände mit deinem Tierarzt.
- ☐ Mikrochip – vielerorts gesetzlich vorgeschrieben und der beste Weg, deinen Welpen wiederzubekommen, falls er je verloren geht. Halte deine Kontaktdaten aktuell.
- ☐ Tierkrankenversicherung – den Schutz früh abzuschließen, bevor eine Erkrankung als Vorerkrankung gelten kann, lohnt sich wirklich.
Betrachte die Details – Termine, Produkte und Dosierungen – als etwas, das du mit deinem Tierarzt klärst, statt zu raten. Das ganze Bild bekommst du in unserem Ratgeber Impfplan für Welpen.
Starte den Plan für deinen Welpen ab Tag eins
Gib das Geburtsdatum deines Welpen ein, und PupPlan erstellt automatisch einen Pflegeplan mit smarten Erinnerungen für Impfungen, Entwurmung und Floh-/Zeckenschutz – damit nichts untergeht. Protokolliere jedes Wiegen und sieh zu, wie sich die Wachstumskurve füllt, und folge dem Kurs Neuer Hund, damit das Training selbstbewusst und gewaltfrei startet.
Die Prägephase (fang jetzt damit an)
Hier kommt der Teil, der wirklich zeitkritisch ist. Welpen haben eine sensible Phase für die Sozialisierung, die sich mit etwa 16 Wochen schließt. Positive Erfahrungen in dieser Zeit prägen einen selbstbewussten, unkomplizierten erwachsenen Hund – und diese Zeit bekommst du nicht zurück, also fang sofort an.
Dabei gilt es abzuwägen, denn dein Welpe ist noch nicht vollständig geimpft. Die Antwort ist nicht abzuwarten, sondern sicher zu sozialisieren:
- ☐ Trag deinen Welpen hinaus in die Welt. Halte ihn auf dem Arm oder in einer Tragetasche, damit er Verkehr, Menschenmengen, Kinderwagen und Fahrräder aus sicherer Höhe beobachten kann, ohne den Boden zu berühren.
- ☐ Führe neue Geräusche behutsam ein. Staubsauger, Türklingeln, Gewitter, Feuerwerk – kombiniere jedes davon bei leiser Lautstärke mit Leckerlis und Ruhe. Die Geräusch-Bibliothek zur Desensibilisierung in PupPlan ist genau dafür gemacht.
- ☐ Deck viele Untergründe und Handling ab. Lass ihn über Gras, Fliesen, Kies und wackelige Dinge laufen und fass sanft Pfoten, Ohren und Maul an, damit sich Tierarztbesuche normal anfühlen.
- ☐ Triff ruhige, gesunde, geimpfte Hunde in sicherem Rahmen – der wohlerzogene erwachsene Hund einer Freundin in deinem Garten ist ideal.
- ☐ Lerne verschiedenste Menschen kennen – unterschiedliche Altersgruppen, Körpergrößen, Hüte, Bärte, Rollstühle – immer im Tempo deines Welpen.
Zwei Regeln halten das Ganze positiv: Qualität vor Quantität und niemals zwingen. Eine gute, entspannte Erfahrung schlägt zehn überfordernde, und wenn dein Welpe besorgt wirkt, schaffe Abstand und lass ihn selbst entscheiden, ob er sich nähert. Kläre mit deinem Tierarzt, ab wann Spaziergänge am Boden in Ordnung sind.
Tipp: Führe eine kurze Liste mit Dingen, an die du deinen Welpen jede Woche heranführen willst – Geräusche, Untergründe, Menschen, sanftes Handling – und hak sie ab. Jeden Tag ein bisschen, immer positiv, macht einen Hund fürs Leben widerstandsfähig.
Fang eine einfache Routine an
Welpen lieben Vorhersehbarkeit. Ein lockerer, beständiger Rhythmus hilft bei der Stubenreinheit, beruhigt die Nerven und macht deine Tage deutlich leichter. Halte es einfach:
- ☐ Feste Fütterungszeiten – Welpen fressen meist drei bis vier kleine Mahlzeiten am Tag zu festen Zeiten, was auch das Lösen vorhersehbar macht.
- ☐ Ein Löseplan – raus als Erstes am Morgen, nach jeder Mahlzeit, nach jedem Nickerchen, nach dem Spielen und vor dem Schlafengehen. Lobe jeden Erfolg.
- ☐ Kurze Spiel- und Ruhephasen – ein wenig Aktivität, dann verordnete Ruhe. Denk daran, dass Welpen 18 bis 20 Stunden Schlaf brauchen, also verteidige die Nickerchen mit aller Kraft.
- ☐ Beginne mit Namens- und Rückruf-Spielen – sag seinen Namen, belohne den Blickkontakt; geh einen Schritt zurück und belohne ihn fürs Folgen. Mach das Zu-dir-Kommen zum besten Spiel im Haus.
Der Kurs Stubenreinheit in PupPlan führt dich ausführlich durch den Löseplan, und die Trainingsreise verwandelt diese täglichen Fünf-Minuten-Einheiten in XP, Level und eine Serie, die du nicht abreißen lassen willst.
Häufige Fehler
- Zu viel Ausstattung kaufen. Fang mit dem Wesentlichen an; den Rest verrät dir dein Welpe. Die Hälfte bleibt sonst ungenutzt.
- Das Futter am ersten Tag umstellen. Bleib anfangs beim Futter des Züchters und stelle schrittweise um – ein plötzlicher Wechsel plus stressiger Umzug ergibt einen verstimmten Magen.
- Die Prägephase verstreichen lassen. Wer mit der Sozialisierung wartet, bis die Impfungen abgeschlossen sind, verpasst die sensible Phase. Sozialisiere sicher, indem du deinen Welpen trägst und ruhige Hunde zu dir einlädst.
- Einen übermüdeten Welpen toben lassen. Beißen und wildes Herumrennen bedeuten fast immer zu wenig Schlaf, nicht zu wenig Bewegung. Sorge für stille Ruhe.
- Zu viel, zu früh. Ein Haus voller aufgeregter Besucher am ersten Tag überfordert einen Welpen. Halte die ersten Tage ruhig und klein.
- Den frühen Tierarztbesuch auslassen. Der erste Check bringt Impfungen, Entwurmung und Mikrochip auf den richtigen Zeitplan – schieb ihn nicht auf.
Häufig gestellte Fragen
Was brauche ich wirklich, bevor ein Welpe einzieht?
Nur das Wesentliche: eine Hundebox und ein Bett, einen Welpenauslauf oder Treppengitter, ein Halsband mit Adressanhänger plus Geschirr und Leine, das Futter, das dein Züchter verwendet hat, zwei Näpfe, einen Enzymreiniger, ein paar altersgerechte Kauartikel und Spielzeuge, eine Pflege-Grundausstattung und Kotbeutel. Kauf nicht zu viel – dein Welpe wächst schnell und du lernst seine Vorlieben rasch kennen, also warte mit dem großen Einkauf.
Wann darf mein Welpe nach draußen oder andere Hunde treffen?
Warte, bis dein Welpe durch seine Impfungen vollständig geschützt ist, bevor er in der Öffentlichkeit am Boden läuft oder fremde Hunde trifft – den Zeitpunkt klärst du mit deinem Tierarzt. Verpasse währenddessen aber nicht die Prägephase: Trag deinen Welpen hinaus, damit er die Welt sicher kennenlernt, und lade ruhige, geimpfte Hunde zu dir nach Hause ein.
Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?
Sehr viel – meist 18 bis 20 Stunden am Tag. Wie Kleinkinder drehen übermüdete Welpen auf, statt runterzufahren, was sich als Zwicken und wildes Herumrennen zeigt. Wird dein Welpe bissig und albern, ist die Lösung fast immer mehr Ruhe, nicht mehr Aktivität.
Soll ich das Futter meines Welpen sofort umstellen?
Nein. Der Umzug ist schon Veränderung genug, also bleib anfangs beim Futter, das dein Züchter verwendet hat. Wenn du wechseln möchtest, tu es schrittweise über etwa ein bis zwei Wochen und misch jeden Tag ein bisschen mehr vom neuen Futter unter.